KURZ EINGEORDNET

Ein ausgefallener Server, eine beschädigte Datenbank und ein nicht erreichbares Rechenzentrum brauchen unterschiedliche Antworten. Hochverfügbarkeit fängt definierte Komponentenausfälle auf. Backup liefert einen früheren Datenstand. Disaster Recovery organisiert den Wiederanlauf. Entscheidend ist, welche Arbeit weiterlaufen muss und wann Ihre Anwendungen wieder nutzbar sein sollen.

AUF EINEN BLICKSCHEMATISCHE EINORDNUNG
01

Hochverfügbarkeit

Betrieb bei definierten Ausfällen fortsetzen

02

Backup

Daten aus einem gesicherten Stand herstellen

03

Disaster Recovery

Dienste in abgestimmter Reihenfolge wieder anlaufen lassen

BEISPIEL: AUFTRAGSBEARBEITUNG

Zwei Ziele. Zwei unterschiedliche Fragen.

DATENVERLUST · RPO30 Minuten

Wie viel an Daten darf fehlen?

Letzter nutzbarer Datenstand bis zum Ausfall
WIEDERANLAUF · RTO4 Stunden

Wann muss die Anwendung wieder nutzbar sein?

Ausfall bis zur nutzbaren Anwendung

Beispielwerte, keine Empfehlung oder Leistungszusage. Beide Ziele werden mit dem Fachbereich vereinbart. Die Darstellung ist nicht maßstabsgetreu.

KONKRET BETRACHTET

Welchen Ausfall müssen Sie auffangen?

SituationMögliche AntwortEntscheidende Voraussetzung
Ein Host fällt ausVMs auf verbleibenden Hosts neu startenHA korrekt eingerichtet, Daten erreichbar und ausreichend Reserve vorhanden.
Eine Datenbank ist beschädigtGeeigneten Sicherungsstand wiederherstellenDatenstand und Anwendungskonsistenz sind geprüft.
Das Storage-System fällt ausUnabhängige Redundanz oder WiederherstellungEin zweiter Controller allein schützt nicht vor jedem Fehler des Gesamtsystems.
Ein Standort ist nicht nutzbarVorbereiteten Ersatzbetrieb aufnehmenKapazität, Zugänge, Netzwerk und Basisdienste stehen bereit.
Administrative Zugänge sind kompromittiertVorfall eingrenzen und kontrolliert wiederherstellenSicherungen und Notfallzugänge sind geschützt. Bereinigung und Freigabe erfolgen mit den Zuständigen für den Sicherheitsvorfall.

Ausfallzeit und Datenverlust getrennt festlegen

Ein Beispiel: Die Auftragsbearbeitung soll nach vier Stunden wieder nutzbar sein. Höchstens 30 Minuten an Daten dürfen fehlen. Die vier Stunden sind das Wiederanlaufziel (RTO), die 30 Minuten das Datenverlustziel (RPO). Diese Beispielwerte sind keine Empfehlung für Ihre Umgebung. Vereinbaren Sie die Ziele mit dem Fachbereich und prüfen Sie, ob Ihre Technik sie erreicht. Zur Zeit zählen auch Basisdienste, Anwendungsstart und Funktionsprüfung. Replikation kann beschädigte Daten weitergeben und ersetzt deshalb kein Backup.

Die Abhängigkeiten des Wiederanlaufs berücksichtigen

Eine gestartete VM ist noch keine wiederhergestellte Anwendung. Identitätsdienste, DNS, Netzwerk, Datenbanken und externe Verbindungen müssen in der richtigen Reihenfolge verfügbar sein. Für einen Standortausfall können andere Maßnahmen nötig sein als für einen Sicherheitsvorfall.

  • Sicherungen vom Ausfall- und Angriffsszenario ausreichend trennen.
  • Benötigte Kapazität, Zugänge und Schlüssel für den Wiederanlauf verfügbar halten.
  • Verantwortung und Freigabe auch bei Ausfall der üblichen Kommunikationswege regeln.

Tests am tatsächlichen Ergebnis messen

Prüfen Sie nicht nur, ob eine Sicherung gelesen werden kann. Lassen Sie den Fachbereich eine relevante Funktion der wiederhergestellten Anwendung prüfen. Dokumentieren Sie Dauer, verwendeten Datenstand, Abweichungen und offene Maßnahmen. Ein erfolgreicher Einzeltest belegt nur das getestete Szenario, nicht die gesamte Notfallfähigkeit.

FÜR IHRE PLANUNG

Diese Fragen sollten geklärt sein

  1. Anwendung sowie fachliche und technische Verantwortliche festhalten.
  2. Benötigte Basisdienste, Schnittstellen und Wiederherstellungszugänge erfassen.
  3. Wiederanlaufzeit und tolerierbaren Datenverlust vereinbaren.
  4. Datum, Szenario, gemessene Dauer und Datenstand des letzten Tests dokumentieren.
  5. Funktion durch den Fachbereich prüfen lassen und offene Maßnahmen zuweisen.
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AUS DER PRAXIS

MCE Bank

Bei der MCE Bank ergänzen Offsite-Backup und regelmäßig protokollierte Wiederherstellungstests die redundante Infrastruktur. Im Projektbericht sind Aufbau und laufender Betrieb beschrieben.

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